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Hintergrund

Viele Menschen eignen sich berufliche Fertigkeiten und Kenntnisse während ihres Arbeitslebens an. Doch diese erworbenen Kompetenzen können sie nicht immer mit einem formalen Dokument wie z.B. einem Prüfungszeugnis nachweisen. Personen ohne Berufsabschluss oder berufliche Quereinsteiger können bei einem anstehenden Arbeitsplatzwechsel ihre beruflichen Fähigkeiten oft nicht oder nur teilweise belegen.

Bisherige Ansätze haben den Sachverhalt nicht ändern können. Die Bundesregierung hat deshalb auf den Handlungsbedarf reagiert und sich vorgenommen:
»Für Menschen, die sogenannte informelle Kompetenzen erworben haben, die sie nicht durch Zertifikate belegen können, wollen wir neue Verfahren entwickeln und erproben, die zu Transparenz und Anerkennung führen.« (Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vom Dezember 2013, Seite 32)

Auch der Rat der EU empfiehlt:
»Die Mitgliedsstaaten sollten Regelungen für die Validierung des nichtformalen und des informellen Lernens — im Einklang mit ihren nationalen Gegebenheiten und Besonderheiten und nach eigenem Ermessen — bis spätestens 2018 eingeführt haben.« (EU-Ratsempfehlung 2012/C 398/01 vom Dezember 2012, Seite C 398/3)

Um in Deutschland die Validierung von non-formal und informell erworbenen Kompetenzen konkret voranzubringen, haben der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gemeinsam mit dem BMBF das Projekt ValiKom initiiert. Denn bislang fehlt es an allgemeingültigen Verfahrensstandards und Gütekriterien, um die Ergebnisse des Lernens »on the job« zu bewerten.

Im Projekt ValiKom sollen non-formal und informell erworbene Kompetenzen festgestellt und von Berufsexpertinnen und -experten anhand der Anforderungen der anerkannten Aus- und Fortbildungsabschlüsse bewertet werden. Die im Projekt beteiligten Kammern wollen hierfür ein verlässliches und zugleich praxistaugliches Verfahren sowie auf dem Arbeitsmarkt anerkannte Zertifikate entwickeln und erproben.