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Definitionen/Glossar

Die EU-Ratsempfehlung von 2012 zur Validierung non-formalen und informellen Lernens differenziert zwischen drei Lernprozesstypen: 

Formales Lernen

Lernprozess, der in einem organisierten und strukturierten, speziell dem Lernen dienenden Kontext stattfindet und typischerweise zum Erwerb einer Qualifikation, in der Regel in Form eines Zeugnisses oder eines Befähigungsnachweises führt.

Hierzu gehören Systeme der

  • allgemeinen Bildung,
  • der beruflichen Erstausbildung und
  • der Hochschulbildung

Non-formales Lernen

Lernprozess, der im Rahmen planvoller Tätigkeiten (in Bezug auf Lernziele und Lernzeit) stattfindet und bei dem das Lernen in einer bestimmten Form unterstützt wird.

Beispiele:

  • Innerbetriebliche Weiterbildung, mit der Unternehmen die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter verbessern
  • Strukturiertes Online-Lernen

Informelles Lernen

Lernprozess, der im Alltag – am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit – stattfindet und in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung nicht organisiert oder strukturiert ist.

Beispiele:

  • Am Arbeitsplatz erworbene Fähigkeit, ein Projekt zu leiten
  • Sprachkenntnisse, die während eines Auslandsaufenthalts erworben wurden

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2012:398:0001:0005:DE:PDF


Kompetenz

Unter Kompetenz wird in der breiteren Bildungsdiskussion allgemein die Verbindung von Wissen und Können in der Bewältigung von Handlungsanforderungen verstanden. Kompetent sind die Personen, die auf der Grundlage von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten aktuell gefordertes Handeln neu generieren können. Insbesondere die Bewältigung von Anforderungen und Situationen, die im besonderen Maße ein nicht standardmäßiges Handeln und Problemlösen erfordern, wird mit dem Kompetenzkonzept hervorgehoben.
https://www.bibb.de/de/8570.php


Validierung

Validierung bezeichnet ein Verfahren, bei dem eine zugelassene Stelle bestätigt, dass eine Person die anhand eines relevanten Standards gemessenen Lernergebnisse erzielt hat und umfasst folgende vier Einzelschritte:

  1. IDENTIFIZIERUNG der besonderen Erfahrungen einer Person im Wege eines Gesprächs
  2. DOKUMENTIERUNG, um die Erfahrungen der Person sichtbar zu machen;
  3. formale BEWERTUNG dieser Erfahrungen
  4. ZERTIFIZIERUNG der Ergebnisse der Bewertung, die zu einer teilweisen oder vollständigen Qualifikation führen kann

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2012:398:0001:0005:DE:PDF