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The following examples show the benefits of a validation procedure for participants and companies (available only in German).

Frau Michalczyk (32) las im Stuttgarter Wochenblatt zufällig von ValiKom und setzte sich daraufhin mit Frau Dr. Nicolle Breusing, Beraterin der IHK Region Stuttgart, in Verbindung. Aufgrund einer ausgeprägten Rechenschwäche hat Frau Michalczyk einen Sonderschulabschluss. Der Versuch, den Hauptschulabschluss nachzuholen, ist gescheitert: »Dies war mit ein Grund, dass ich für mich eine Berufsausbildung ausgeschlossen habe. Um dennoch Geld zu verdienen, habe ich angefangen, in der Gastronomie zu arbeiten und bin seit 6,5 Jahren in einem systemgastronomischen Betrieb beschäftigt.« Mit diesen Worten startete Frau Michalczyk in das Beratungsgespräch. »Für mich würde ein Nachweis der IHK über meine beruflichen Kompetenzen viel bedeuten«, ergänzte sie.

Im Beratungsgespräch haben die beiden Frauen nicht nur über den Werdegang von Frau Michalczyk gesprochen, sondern auch über den Verfahrensablauf und die Wahl des richtigen Referenzberufs. Frau Breusing schlug den Beruf »Fachfrau für Systemgastronomie« als möglichen Referenzberuf vor und stellte ihr die Inhalte des Ausbildungsberufs vor. Frau Michalczyk konnte ihre Berufserfahrung in vielen der zu dem Beruf gehörenden Tätigkeitsbereichen wiederfinden und so hat sie im Rahmen eines Workshops eine Selbsteinschätzung ihrer Kompetenzen in den einzelnen Tätigkeitsbereichen des vorgeschlagenen Referenzberufs vorgenommen.

Da Frau Michalczyk den Wunsch äußerte, die Fremdbewertung bei ihrem Arbeitgeber durchzuführen, haben sich die beiden Berufsexperten im anschließenden Beratungsgespräch zur Fremdbewertung von Frau Michalczyk die Organisation und Infrastruktur ihres Betriebes erklären lassen. Sie kamen zu der Einschätzung, dass eine Bewertung dort sehr gut möglich ist. Daraufhin nahm Frau Breusing Kontakt zum Arbeitgeber von Frau Michalczyk auf. Bei einem Vor-Ort-Termin zeigte sich dieser sehr interessiert an der Validierung von Frau Michalczyks Kompetenzen und sagte zu, bei der Vorbereitung und Durchführung der Fremdbewertung zu unterstützen. Unter anderem wurde der Dienstplan von Frau Michalczyk angepasst und die verschiedenen Stationen im Betrieb (Lager, Produktion und Service) vorab über die Fremdbewertung in Kenntnis gesetzt.

Am Tag der Bewertung begleitete ein Manager des Unternehmens die Bewertung, um die Abläufe zu koordinieren und den laufenden Betrieb nicht zu stören. In der dreistündigen Fremdbewertung haben die Berufsexperten mit Hilfe von Arbeitsproben, Fachgesprächen und einem Rollenspiel die festgelegten Tätigkeitsbereiche bewertet. Frau Michalczyk hat die von ihr ausgewählten Tätigkeitsbereiche alle geschafft und ist nun sehr stolz auf ihr Zertifikat, das ihr die teilweise Gleichwertigkeit bescheinigt. Sie möchte dies für ihre weitere berufliche Entwicklung nutzen.

Kristina Herwig vom Bauunternehmen Thomas Herwig war auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Berufserfahrung ihrer Mitarbeiter offiziell anerkennen zu lassen. Mit ihrem Anliegen wandte sie sich an ihre zuständige Handwerkskammer und berichtete Katharina Sussek, Beraterin der HWK Dresden, von einem langjährigen, guten Mitarbeiter: Herr Vagt erlernte in der ehemaligen DDR den Beruf des Backwarenfacharbeiters und schloss diese Ausbildung im Jahr 1990 erfolgreich ab. Im Jahr 1996 kam er zum Bauunternehmen Herwig, bei dem er bis heute als Straßenbauer beschäftigt ist.

Durch seine inzwischen 22-jährige Tätigkeit beim Unternehmen Herwig eignete sich Herr Vagt umfassende berufspraktische Straßenbauer-Kompetenzen an. Frau Herwig fragte, welche Möglichkeiten und Wege es gäbe, die Berufserfahrung von Herrn Vagt anzuerkennen und ihm dadurch nicht nur firmenintern, sondern auch offiziell Wertschätzung und Anerkennung zukommen zu lassen. Die Informationen über das in ValiKom neu entwickelte Validierungsverfahren trafen bei Frau Herwig auf großes Interesse und sie informierte ihren Mitarbeiter über das Verfahren. Im August 2017 reichte Herr Vagt seine Antragsunterlagen ein.

Im Herbst 2017 meldete sich Frau Herwig erneut bei der HWK Dresden. Sie habe einen zweiten Teilnehmer für ValiKom, ebenfalls einen Mitarbeiter: Pierre Weber hat seine Ausbildung zum Metallbauer nicht abgeschlossen und damit keinen Berufsabschluss erworben, arbeitet aber seit mehr als 14 Jahren im Bereich Straßenbau. Mit Unterstützung beim Ausfüllen der Formulare durch Frau Herwig stellte auch Herr Weber einen Antrag auf Teilnahme an einem Validierungsverfahren für den Beruf Straßenbauer.

Am Tag der Fremdbewertung stellten die beiden unter den Augen eines erfahrenen Ausbilders für den Beruf Straßenbauer ihre Kompetenzen unter Beweis und erhielten am Ende jeweils ein Validierungszertifikat der Kammer, das ihnen bescheinigt, dass ihre Kompetenzen (teilweise) mit dem Beruf Straßenbauer gleichwertig sind.

Frau Herwig ist froh, dass ihre Mitarbeiter den Schritt gewagt und an einer Validierung ihrer beruflichen Kompetenzen teilgenommen haben. »Ich begrüße ein Verfahren wie ValiKom ausdrücklich. Mit ihren Validierungszertifikaten erhalten Herr Vagt und Herr Weber endlich die Anerkennung und Wertschätzung, die ihnen gebührt«, sagt Frau Herwig. »Beide arbeiten schon viele Jahre im Beruf Straßenbauer; ihre Erfahrungen sollten auch für alle sichtbar sein«.

Durch den herrschenden Fachkräftebedarf gibt das Unternehmen seit Längerem auch Bewerbern ohne passenden Berufsabschluss eine Chance: »Rund 25 % unserer Mitarbeiter sind keine gelernten Straßenbauer« berichtet Frau Herwig. Zukünftige Bewerber, welche ein Validierungszertifikat vorlegen könnten, hätten sehr gute Chancen auf eine Arbeitsstelle beim Unternehmen Herwig.

Frau Wachsmuth wurde durch ihre zuständige Agentur für Arbeit auf das Projekt ValiKom aufmerksam. Sie meldete sich bei Frau Dr. Kathrin Rheinländer, die bei der IHK Halle-Dessau für ValiKom zuständig ist. Nach dem ersten Beratungsgespräch war Frau Wachsmuth sofort klar, dass sich ihre Aussichten, wieder einen Job im Büro zu bekommen, mit einem Validierungszertifikat der IHK enorm verbessern. Sie hatte nach Ausbildung und Tätigkeit in der Hotelbranche seit 14 Jahren als kaufmännische Angestellte gearbeitet. Für die beruflichen Kompetenzen im Büro fehlte ihr ein unabhängiger Nachweis – sie galt hier als ungelernt. Deshalb stellte sich Frau Wachsmuth dem Validierungsverfahren.

In der Selbsteinschätzung konnte sie die Tätigkeiten des Berufsbildes »Kauffrau für Büromanagement« reflektieren. Bei einigen Tätigkeiten war Frau Wachsmuth unsicher, wie sie sich selbst einschätzen sollte. Hier half das Gespräch mit der Berufsexpertin, die sie ermutigte, ihr Können für alle Tätigkeitsbereiche unter Beweis zu stellen. Und die Fremdbewertung hat gezeigt, dass die Berufsexpertin mit ihrer Einschätzung richtig lag. Die IHK Halle-Dessau konnte Frau Wachsmuth die volle Gleichwertigkeit ihrer Kompetenzen mit ihrem Referenzberuf bescheinigen. Sie hat eine neue Arbeit im Büro gefunden. Rückblickend sagt sie: »Durch das Zertifikat sind meine Chancen gestiegen, dass ich nach der Probezeit auch übernommen werde. Ich bin wirklich froh, dass ich an ValiKom teilgenommen habe.«